Organspende? Betrifft mich das?

Fast 12.000 schwer kranken Menschen in Deutschland hoffen auf eine Organtransplantation. Ihre Überleben und ihre Lebensqualität hängen von der Spendebereitschaft ihrer Mitmenschen ab.  Doch viele hoffen vergebens. Nur für etwa 4.000 von Ihnen findet sich ein passendes Organ.

Die Lücke zwischen den Wartenden und denjenigen, die bereit sind ein Organ zu spenden klafft immer weiter auseinander. Die Auseinandersetzung, ob man bereit ist, im eigenen Todesfall zu spenden ist für viele mit Unsicherheit und Zweifel verbunden. Paradoxerweise haben viele eine grundsätzlich positive Einstellung zur Organspende.

Transplantationsgesetz und Richtlinien der Bundesärztekammer geben die Rahmenbedingungen vor

Seit 1997 gibt das Transplantationsgesetz klare gesetzlich Regeln für die Spende, Vermittlung und Transplantation von Organen vor. Im Gesetz ist niedergelegt, wer Organspender ist bzw. sein kann, wer als Lebendorganspender infrage kommt und in welcher Form, die Bereitschaft zur Spende erklärt werden kann.

Fakten zum Organspenden

  • Eine Ablehnung zur Spende gilt frühestens ab dem 14. Lebensjahr
  • Eine Zustimmung gilt ab dem 16. Lebensjahr
  • Da es keine zentrale Erfassung gibt, kann die Entscheidung jederzeit widerrufen und der Ausweis vernichtet werden
  • Als Organspender ist grundsätzlich jeder geeignet. Jedoch kann erst im Todesfall entschieden werden, ob eine Organspende möglich ist.
  • Jeder sollte immer einen ausgefüllten Organspendeausweis mit seinen Personalpapieren mit sich führen.

 

Das Gesetz schreibt außerdem vor, dass nach klaren Regeln, die dem medizinischen Wissensstand entspreche, zu verfahren ist. Das betrifft insbesondere die Feststellung des Todes, die Warteliste, die Vermittlung von Organen und Maßnahmen zur Qualitätssicherung.

Die Richtlinien der Bundesärztekammer ergänzen den Gesetzestext und geben die Verfahrensweise für die Mediziner vor. So dürfen Organe erst nach der Feststellung des Hirntodes beim Spender entnommen. Der Ablauf in mehreren Schritten ist verbindlich in den Richtlinien festgelegt und findet deutschlandweit einheitlich statt.

Die Bereitschaft zur Spende ist keine Frage von „richtig oder falsch“!

Jeder Mensch kann die Frage zur Organspende nur aus seiner persönlichen Sicht beantworten. Es gibt viele Gründe dafür. Lehnt ein Mensch aus religiösen oder weltanschaulichen Ansichten eine Spende ab, gilt es das zu respektieren. Es gibt hier kein „richtig oder falsch“.

Wichtig ist überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Auch um seinen Angehörigen unter Umständen Belastungen zu ersparen, wenn das Unglück unvorbereitet über sie hineinbricht. Denn die Frage nach der Organspende ist für die Angehörigen die schwierigste Frage an die unglücklichste Familie zum unmöglichsten Zeitpunkt.

Eine klare Aussage schafft Sicherheit und erspart der Familie spätere Schuldgefühle oder Zweifel.

Jugendliche sollten in Schulunterricht informiert werden

In einer repräsentativen Umfrage der BzgA äußert sich ein Großteil der befragten Jugendlichen positiv gegenüber der Organspende und das, obwohl die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod bei jungen Menschen nicht immer auf der Agenda steht.

Wir meinen, dass man sich diesen Umstand zunutze machen sollte und im regulären Schulunterricht, unterstützt durch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) sowie durch Betroffene, den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, sich eine Meinung zum Thema zu bilden. Zudem würden sie als Multiplikatoren das wichtige Thema in ihre (familiäre) Umgebung tragen, die sich dann ebenso damit auseinandersetzen würde.
In einem überschaubaren Zeitraum könnten so Großteile der deutschen Bevölkerung aufgeklärt und in die Lage versetzt werden, eine Entscheidung zu treffen.

Wir müssen in der Lage sein, uns zu entscheiden!

Nur wenn immer mehr Menschen sich in der Lage sehen eine Entscheidung für oder gegen die Organspende zu treffen, diese dokumentieren und im Kreise ihrer Familie kundzutun werden wir allen Patienten auf der Warteliste helfen können.
Organspende kann eine Form der Nächstenliebe sind – wir müssen es aber wollen und auch umsetzen. Ein amerikanischer Spruch bringt es auf den Punkt:
Don´t take your organs to heaven … heaven knows we need them here!

Handeln wir alle in diesem Sinne!

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