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Dünndarmtransplantation

 
Bei Verlust des gesamten Dünndarmes oder für Patienten mit schweren nicht therapierbaren Funktionsstörungen des Dünndarmes ist eine Dünndarmtransplantation ein Komplimentärverfahren gegenüber der total parenteralen Ernährung (TPE). Die Risiken der Dünndarmtransplantation müssen mit denen der parenteralen Ernährung abgewogen werden bzw. vergleichbar sein. Der Wunsch des Patienten für oder gegen eine Transplantation muss dabei immer Berücksichtigung finden.

Die Dünndarmtransplantation, d. h. der Ersatz des körpereigenen Dünn-darmes durch den Spenderdünndarm eines verstorbenen Spenders, ist die einzige kausale Therapie des Kurzdarmsyndromes. Sie stellt ein Komplementärverfahren zur total parenteralen Ernährung (TPE) dar, wenn Komplikationen der TPE, d.h. eine schwerwiegende Leberfunktionsstörung und Katheter-bedingte Infektionen bzw. Verlust der venösen Zugangsmöglichkeiten eingetreten sind.

Patienten mit fortgeschrittenen Komplikationen eines Kurzdarmsyndromes bedürfen häufig einer sogenannten, Multiviszeraltransplantation, also der Transplantation mehrerer Organe, die auch mit einer Nierentransplantation kombinierbar ist. Im November 2003 erfolgte europaweit die erste, weltweit die zweite Multiviszeraltransplantation von neun Organen (Leber, Magen, Duodenum, Pankreas, Dünndarm, Niere, Colon ascendens, Niere und Nebenniere).

Die Entscheidung zur Dünndarmtransplantation sollte günstigerweise vor Eintritt einer Leberzirrhose erfolgen.

Da der Dünndarm immunologisch sehr aktiv ist, benötigt man eine sehr leistungsfähige, moderne Immunsuppression. Dauerhaft werden hier Tacrolimus und Rapamycin in Kombination verabreicht. Abstoßungen wurden früher fast bei jedem Patienten beobachtet und waren die Hauptursache für die zurückhaltende Indikationsstellung zu Dünndarmtransplantation.

Die Verbesserungen in der Immunsuppression in den letzten Jahren führten zur deutlichen Steigerung der Transplantationsfrequenz. Anhand inter-nationalen Daten kann gezeigt werden, dass bei Patienten, die frühzeitiger isoliert dünndarmtransplantiert werden die Erfolgschancen deutlich besser sind als nach kombinierter Leber-Dünndarmtransplantation wenn bereits eine Leberzirrhose ausgebildet ist (80 % versus 50 % Überlebensrate).

Unter parenteraler Ernährung liegen die Überlebensraten ebenfalls bei ca. 70 – 80 % an spezialisierten Zentren. Die Lebensqualität ist nach inter-nationalen Daten sowie Berichten von Patienten unvergleichlich besser nach Dünndarmtransplantation.

Dies gilt ganz besonders für Patienten mit dauerhaftem Stoma (Darmausgang) vor Transplantation. Über diesen künstlichen Darmausgang verlieren sie täglich mehrere Liter aggressiver Verdauungssäfte. Jegliche Nahrung wird nahezu unverdaut ausgeschieden.

Alle Patienten wurden direkt nach der Transplantation mit einer speziellen Ernährung enteral (über eine Sonde) über den Darm ernährt. So kann die Darmschleimhaut direkt nach der Transplantation wieder aufgebaut werden. Nach ca. einer Woche dürfen sich die Patienten wieder normal ernähren, eine parenterale Ernährung ist nicht mehr notwendig.

Zur Kontrolle von Abstoßungen wird für die ersten 6 Monate nach Transplantation meist ein Stoma angelegt. Hierüber können Dünndarmbiopsien schmerzfrei und leicht entnommen werden und auf Infektionen und Abstoßungen untersucht werden.

Dieses Stoma wird in einer kleinen Operation ohne Eröffnung des Bauches wieder verschlossen. Die Immunsuppression wird nach und nach, über Wochen und Monate schrittweise reduziert, um langfristige Nebenwirkungen zu minimieren.

Einige Monate nach der Transplantation ist es den Patienten meistens wieder möglich, ihrer vorherigen Arbeit wieder nachzugehen. Auch eine schulische Ausbildung oder ein Studium ist dann wieder möglich.
 
 
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Quellenangabe:

Transplantation abdomineller Organe - Was gibt es Neues?, von Prof. Dr. Wolf Otto Bechstein und Priv.-Doz. Dr. Christoph Wullstein, UNI-MED Verlag AG

Organtransplantation, herausgegeben von Robert Pfitzmann, Peter Neuhaus und Roland Hetzer, Walter de Gruyter Berlin





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